Städtebau

  • Erlangen muss eine lebenswerte Stadt mit viel Stadtgrün und lebenswerter Natur bleiben. Wir sind gegen das Zubetonieren der letzten Ackerflächen im Erlanger Stadtgebiet. Die vom derzeitigen SPD-Oberbürgermeister konkret anvisierte Einwohnerzahl von 140.000 Einwohnern teilen wir nicht, denn Erlangen soll in Einklang mit Natur und Fortschritt wachsen.

  • Wir wollen, dass Erlangen als überschaubare kleine Großstadt seinen Charakter behält und nicht mit Nürnberg und Fürth zusammenwächst. Wir müssen akzeptieren, dass zukünftig nicht jeder in Erlangen wird wohnen können, auch wenn er dies möchte. Nach Bebauung geeigneter innerstädtischer Areale sehen wir die Wachstumsmöglichkeiten von Erlangen als erschöpft an. Dadurch können Urbanität, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit noch in Einklang zu einander stehen.

  • Stattdessen machen wir uns für eine behutsame städtebauliche Entwicklung aktueller und zukünftiger Industriebrachen im Stadtgebiet stark. Wir plädieren für die mittelfristige Entwicklung des innerstädtischen Gewerbegebietes Rathenaustraße (mit Erweiterung nach Süden bis an die Bebauung Stinzingstraße)  und Teiles des zukünftig ehemaligen Siemens-Stadtortes Mitte hin zu attraktiven, lebenswerten Wohngebieten. Städtebauliches Potential sehen wir auch im Bereich des Großparkplatzes westlich des Bahnhofes. Nachverdichtung ist teils möglich und soll durch entsprechende bauliche Maßnahmen, welche in das Stadtbild passen, umgesetzt werden, da große Bauflächen rar sind.

  • Langfristige Entwicklung des bisherigen oberirdischen Großparkplatzes zwischen A73 und Bahnhof zu einem innerstädtischen Gebiet mit Stadtgrün, Wohnungen und möglicher kommunaler und gesellschaftlicher Nutzung. Konkret denken wir hier an eine Multifunktionale Arena mit Kongresszentrum, Handballhalle, Hotel, Büro- und Praxisräumen, Gastronomie und entsprechend Parkplätzen für Event- und Innenstadtbesucher.

  • Zukünftige Bebauungskonzepte sollen neben Stadtgrün auch attraktive Architekturkonzepte beinhalten. Wir regen eine Prämierung für besonders attraktive Neubauten, aber vor allem auch für sehr schöne und aufwendig restaurierte Altbauten in unserer Stadt an.

  • Dauerhafter Geschäftsleerstand in der Altstadt soll auf freiwilliger Basis und mit städtischen Förderungen in Wohnimmobilien umgewandelt werden können um einer weiteren Verödung der Altstadt entgegen zu wirken. Beispielsweise nach einer zweijährigen Karenzzeit könnten diese Flächen als Wohnraum daklariert und binnen eines weiteren Jahres entsprechend umgestaltet werden. Hier sollte die städtische Bauverwaltung als Helfer fungieren. Ganz nach dem Motto mehr Bürgernähe und weniger Bürokratie.

 

 

Belebung der Altstadt und Förderung des dortigen Gewerbes

  • Um den kleinen Geschäften und Betrieben in der Alt- und Neustadt und im Bereich um den Bohlenplatz, Neustädterkirchplatz, Lorlebergplatz und Altstädterkirchplatz den existenzsichernden Kundenzugang zu erleichtern, fordern wir für die Bewirtschaftung des öffentlichen Parkraumes die Einführung einer „Brötchentaste“ an den kommunalen Parkautomaten – 20 Minuten kostenloses Parken für schnelle Kurzeinkäufe.

  • Ergänzend zu den konventionellen kommunalen Parkscheinautomaten fordern wir die flächendeckende Einführung des unkomplizierten SMS-Parktickets.

  • Für alle innerstädtischen bezahlpflichtigen kommunalen Parkplätze der Altstadt und des Bereiches um den Bohlenplatz (mit Ausnahme des kommunalen Großparkplatzes) die Schaffung eines Erlangen-Parktickets. Ein gelöstes Parkticket an einem Parkplatz in diesem Bereich kann auch bis zum Ablauf der Parkzeit auf anderen Parkplätzen in diesem innerstädtischen Bereich weiter genutzt werden. In diesem Kontext soll auch die zulässige Höchstparkdauer an allen innerstädtischen Parkplätzen einheitlich angeglichen werden und nicht nur auf teils eine Stunde begrenzt sein.

  • Die Nutzung des rechtlich zulässigen Spielraumes durch die Stadt Erlangen, dass für Gastronomiebetriebe zukünftig mobile Fettabscheider statt der um ein Vielfaches teureren  Investition der stationären Fettabscheider genehmigt werden. Das unsinnige bürokratische Bestehen auf stationäre Fettabscheider hat zur Vernichtung zahlreichen Gastronomiebetriebe und Metzgereien im innerstädtischen Bereich beigetragen.

  • Außerdem soll eine großzügigere Außenbestuhlung für Gastronomiebetriebe im Innenstadtbereich – wo platztechnisch umsetzbar – ermöglicht werden. Dadurch ließen sich besonders die zahlreichen Seitenstraßen, welche unter dem Geschäftsleerstand leiden, beleben.

  • Einführung eines günstigen City-Tarifs für Busse und S-Bahn.

  • Park & Ride-Nutzung des Großparkplatzes: Direkter Anschluss an zwei engmaschig getaktete City-Buslinien zu Martin-Luther-Platz und Unikliniken, sowie zum Bohlenplatz – Kostenlose Nutzung mit Parkticket



Wirtschaft, Universität und Forschung

  • Klares Bekenntnis zum Mittelstand. Für mittelständische Unternehmen muss der Standort Erlangen auch mittel- und langfristig attraktiv bleiben. In diesem Kontext sind auch Wohnraum für die Mitarbeiter und eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur zu berücksichtigen.

  • Gewerbesteuer senken bzw. Rücknahme der Erhöhung von 2012.

  • Klares Bekenntnis zur Firma Siemens, sowie der Friedrich Alexander Universität und der zugehörigen Uniklinik, den Forschungsinstituten Fraunhofer, Helmholtz und Max Planck, welche zusammen mit dem Mittelstand die wichtigsten und größten Arbeitgeber und somit entscheidende wirtschaftliche Standortfaktoren darstellen. Das bedeutet für uns, dass diese für Erlangens Zukunft wichtigen Arbeitgeber und Institutionen seitens der Stadt und der Politik gefördert und unterstützt werden und nicht zusätzliche Steine in den Weg gelegt bekommen!

  • Das Universitätsklinikum Erlangen steht für überregionale Spitzenmedizin und übernimmt zugleich die Funktion eines städtischen Klinikums für die Stadt Erlangen. Wir wollen daher, dass dies seitens der Stadt Erlangen zum Wohle aller Bürger und Patienten gefördert, sowei ausgeweitet und nicht wie bisher teils eingeschränkt wird! Bisherige Negativbeispiele sind die mangelnden Parkkapazitäten, sowie die Einschränkungen seitens der Stadt Erlangen bei dringend notwendigen Neubauten des Universitätsklinikums.



Straßenverkehr in Erlangen

  • Verkehrsregelungen müssen ausreichende Befahrbarkeit für Rettungsdienste (Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei) ermöglichen. Dabei müssen auch Baustellensituationen so geplant werden, dass sich keine gravierenden Behinderungen für Rettungsdienste ergeben. (aktuelles Beispiel Günter-Scharowski-Straße mit enormen Beeinträchtigungen u.a. für den Rettungsdienst).

  • Eine weitere S-Bahn-Anbindung für den westlichen Landkreis (ER-HZA-HÖS-Adelsdorf-FO).

  • Wir wünschen uns das beste Verkehrssystem für Erlangen. Daher sollten ALLE Verkehrs- und ÖPNV-Konzepte parallel zur STUB überprüft werden. Z.B. elektrische Trolleybusse für umweltschonenden Einpendlerverkehr nach Erlangen in der Ost-West-Achse. Auf Basis der deutlich höheren Fördermittel für U-Bahnen sollte eine Verlängerung der Nürnberger U-Bahn vom Flughafen nach Erlangen (Hauptbahnhof) geprüft werden.

  • Maximale Sicherheit für Radfahrer. Daher wo baulich möglich, nur richtige Radwege und keine einfachen Schutzstreifen, etc.

  • Schaffung von geordnetem Radfahrverkehr, sowie Schaffung von geordnetem Park/Abstellraum für Räder ohne dabei den fließenden Verkehr dadurch weiter zu beeinflussen.

  • Aufbau eines digital-elektronischem Verkehrsleitsystems zu freiem Parkraum (für auswärtige Besucher). der Stadt. Dieses idealerweise direkt ab A73.

  • Erhaltung der wichtigen 350 innerstädtischen Parkplätze.

  • Ampelschaltungen müssen unter Umweltschutzgesichtspunkten optimiert werden, um unnötige Leerlaufemissionen zu vermeiden. Hier wäre eine „Grüne Welle“ entlang der Hauptverkehrsstraßen wünschenswert, welche auch der Umwelt zu Gute kommen würde. Z.B. Smart-Schaltung. B. Grüne Welle für Gebbertstraße , Paul-Gossenstraße, etc.

  • Zusätzliche Standorte mit Schnellladestationen für Elektroautos und eine Wasserstofftankstelle.

  • Egal ob man das Auto liebt oder nicht – wir müssen in Erlangen mit dem Auto leben. Erlangen wird auch zukünftig eine Einpendler- und Universitäts- /Uniklinikstadt sein. Daher sind zukunftsfähige Parkraumkonzepte nötig. Wir fordern die Bereitstellung des erforderlichen Parkraums durch ausreichend dimensionierte Tiefgaragen in allen städtischen Neubau- und Verdichtungsgebieten. Der sehr begrenzte wertvolle innerstädtische Raum ist zu wertvoll,  um ihn für oberirdische Parkplatzanlagen oder pauschal für kostenoptimierte Parkhochhäuser zu opfern. Konkret plädieren wir für:
  1. Eine große Kliniktiefgarage, sowie auf der Fläche des bisherigen oberirdischen Parkplatzes südlich der Kopfklinik ein ausreichend dimensioniertes Parkhaus.
  2. Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes „neue Nutzung Großparkplatz“ die Bereitstellungen von ausreichend Parkraum durch groß bemessene Tiefgaragen und überbaute Parkhäuser.
  3. Bei zukünftigen Bauprojekten ausreichende Parkplätze in Tiefgaragen bereitstellen.



Sport und Kultur

  • Bau eines neuen, dritten Hallenschwimmbades, um eine flächendeckende Versorgung aller Bürger zu gewährleisten. Dies dient der Gesundhaltung der Bürger und fördert auch Schwimmsport im Schulunterricht und soll somit allen Kindern das Erlernen des Schwimmens ermöglichen. Zu diesem Zweck sollen mögliche Standorte und die Notwendigkeit einer dritten Schwimmhalle überprüft und eruiert werden.

  • Wie bereits unter dem Punkt Städtebau gefordert, setzen wir uns für eine bundesliegageeignete Handball-/Sporthalle in Erlangen ein, um auch den Spitzensport in unserer Stadt zu fördern.

  • Intensive Förderung des städtischen Markgrafentheaters und des Stadtmuseums für ein breites kulturelles Angebot.

 

Bebauungskonzepte:

  • Nachverdichtungsprojekte in bestehenden Wohngebieten müssen Rücksicht auf gewachsene Strukturen, den Charakter der Wohngebiete und die Lebensqualität der Anwohner sowie auf die Bestandsarchitektur nehmen. Nachverdichtungen dürfen nicht zu Verlust an Stadtgrün oder geschützten Lebensräumen für Kinder (z.B. Spielplätze) führen.

  • Die Sanierung von Schulen und Kindergärten darf nicht aufgeschoben werden. Hier muss schnell gehandelt werden, sobald der Bedarf erkannt wird. Einige alarmierende Beispiele sind hier das Gymnasium Friedericianum, sowie der Kindergarten in Tennenlohe.


Umweltschutz

  • Private Stadtgärten sind wichtige Bestandteile der innerstädtischen „grünen Lunge“ unserer Stadt und haben Einfluss auf Stadtklima und ökologische Vielfalt von Insekten und Vögeln. Nachverdichtungen von grösseren Gartengrundstücken sehen wir sehr kritisch.

  • Neupflanzungen von Bäumen im Stadtgebiet um bisherige Substanzverluste im Stadtgrün zu kompensieren. Hier fordern wir konkret, dass für jeden gefällten Bestandsbaum mindestens drei neue Jungbäume, möglichst in der Nähe, angepflanzt werden.

  • Wir regen eine Umweltstiftung der Erlanger Bürger an. Sie soll gezielt bedrohte Regenwaldgebiete erwerben und erhalten, oder gerodelte Flächen wieder aufforsten, wodurch eine grössere Klimawirksamkeit erreicht wird, als auf das Stadtgebiet Erlangen begrenzte Massnahmen.

  • Dechsendorfer Weiher: Die Einhaltung der Wassergrenzwerte soll durch eine fundierte und optimale Sanierung und eine strenge Überprüfung der einleitenden Gewässer sichergestellt werden.

  • Gegen die zunehmende Vermüllung von öffentlichen Plätzen (Bohlenplatz, Bürgermeistersteg, Schlossgarten, Wiesengrund, etc.) verstärkt Maßnahmen ergreifen.


Sicherheit und Bevölkerungsschutz

  • Moderne Gesellschaften sind höchst verletzlich bei Ausfällen der elementaren Infrastruktur oder bei Anschlägen – Stichwort: Vulnerabilität unserer Gesellschaft. Längere Ausfälle der Energie- und Wasserversorgung oder der Kommunikationstechnik können daher moderne Gesellschaften in chaotische Zustände stürzen. Das ist auch für Erlangen eine grundsätzliche Gefahr.  Nicht nur terroristische Anschläge auf Großveranstaltungen liegen nach den traumatischen Erlebnissen von Paris, Brüssel oder auch Berlin (Breitscheidplatz) leider grundsätzlich im Bereich des Möglichen, beispielsweise auch die Anfälligkeit unseres Stromnetzes stellt hier ein erhebliches Gefahrenpotential dar. Wir sind der Ansicht, dass auch eine Kommune wie Erlangen hier diesen Herausforderungen des Bevölkerungsschutzes in Zukunft mehr Aufmerksamkeit widmen und daher die bestmögliche Vorsorge im Bereich des Katastrophenschutzes treffen sollte. Konkret sehen wir neben den bisher getroffenen und eingeleiteten Maßnahmen beispielsweise auch die flächendeckende Bereitstellung von mobilen und leistungsstarken Netzersatzanlagen für die Notfallstromversorgung und die Vorhaltung von entsprechenden Trinkwasseraufbereitungssystemen.

  • In einer Großstadt mit über 110.000 Einwohnern und einem zunehmenden Anteil älterer Bürger wünschen wir uns eine entsprechend leistungsfähige notfallmedizinische Versorgung. Dazu gehört auch der Rettungsdienst! Bei stetig steigenden Einsatzzahlen wurde im Jahr 2018 die rettungsdienstliche Vorhaltung in Erlangen drastisch reduziert! Somit stehen seit dem 01.04.2018 nur noch zwei, statt drei Rettungswagen (RTW) im 24-Stunden-Dienst (und zwei zusätzliche RTW im Tagesdienst) für die Bevölkerung der Stadt Erlangen zur Verfügung! Neben einer deutlichen Mehrbelastung für die diensthabenden Einsatzkräfte bedeutet dies im schlimmsten Fall vor allem für die Einwohner der Stadt eine schlechtere  notfallmedizinische Versorgung, da nun gehäuft RTW mit erheblich längeren Anfahrtszeiten aus den Nachbarstädten (z.B. Baiersdorf, Herzogenaurach, Fürth,  Nürnberg, oder Forchheim) aushelfen müssen! Das sind Zustände zu Lasten der Bürger, die wir nicht hinnehmen wollen! Daher  setzen wir uns dafür ein, dass sich die Stadt Erlangen gegenüber dem zuständigen Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung und dem Innenministerium für die Wiedereinführung des dritten 24-Stunden-RTW  Ein Beispiel aus NRW: In der Stadt Bielefeld wird die rettungsdienstliche Vorhaltung nun verdoppelt, so dass künftig 20 anstatt der bisherigen 10 RTW zur Verfügung stehen.

  • Auch der Notarztdienst ist eine wichtige Säule der rettungsdienstlichen Notfallversorgung. Bisher gibt es in der Stadt Erlangen einen Notarzt im 24-Stunden-Dienst. Besonders in den Tagstunden sind hier jedoch täglich Duplizitätsfälle zu verzeichnen, so dass immer wieder Hintergrundnotärzte kurzfristig und provisorisch aufgebaut, oder Rettungshubschrauber mit erheblichem Aufwand zu Notfällen in das urbane Gebiet (z.B. Landung auf dem Hof der Feuerwache und anschließender Transport mit Feuerwehrfahrzeug an die Einsatzstelle) entsendet werden müssen. Für die Patienten bedeutet dies in solchen Fällen eine deutlich verzögerte notärztliche Versorgung! Wir als WfE treten daher dafür ein, dass in Erlangen zukünftig ein zweiter Notarztdienst etabliert wird. Daher gilt es auch hier auf politischer Ebene, die Zuständigen in Zweckverband und Innenministerium von dieser Notwendigkeit zu überzeugen.